
Der durchschnittliche Durchmesser eines Wurzelkanals entspricht mit 0,2 Millimetern ungefähr der Breite von zwei Kopfhaaren. Sie können sich vorstellen: Nur mithilfe von Präzisionstechnik, modernen Methoden und Fingerspitzengefühl verlaufen Wurzelbehandlungen so erfolgreich wie möglich.
Im unteren Teil der Zahnkrone und in den Zahnwurzeln befindet sich im Innern das Zahnmark, umgeben vom Dentin („Zahnbein“) und Wurzelzement.
Reizt Heißes oder Kaltes den Zahn, reagiert das Zahnmark in der Regel mit einem ziehenden Schmerz, weil darin nicht nur Blut- und Lymphgefäße, sondern auch Nerven sind. Deshalb wird das Zahnmark umgangssprachlich oft als „Nerv“ bezeichnet.
Eine Wurzelkanalbehandlung wird notwendig, wenn eine lange unbehandelte Karies bis in das Zahnmark vorgedrungen ist und dort eine Entzündung verursacht hat. Je nachdem, wie weit die Entzündung fortgeschritten ist, kommen zwei Behandlungen infrage:
Um die Zahnmarkentzündung zu behandeln, muss das Nerven-, Blut- und Lymphgewebe vollständig entfernt, der erkrankte Wurzelkanal gereinigt und bakteriendicht aufgefüllt werden. So wird verhindert, dass die Entzündung in den Kieferknochen übergeht. Gleichzeitig wird dafür gesorgt, dass der Zahn erhalten bleiben kann – obwohl er nach einer Wurzelbehandlung nicht mehr durchblutet wird und man keine Temperaturreize mehr spürt.
Durch die Wurzelkanalbehandlung und die abschließende Versorgung mit einer Füllung oder einer Krone ist der Zahn meist ausreichend stabilisiert, um noch viele Jahre im Mund bleiben zu können.